· 

Quer durch den Triglav Nationalpark – Vom Krn See zur Komna Hütte

Aussicht Krn Triglav Nationalpark
Finde Walter - ähhh, Miriam :-) So eine wunderschöne Aussicht!

Nachdem wir an den ersten zwei Tagen unserer Hüttenwanderung in Slowenien ja schon erfolgreich den Krn erklommen hatten, sollt unser Tour noch weiter gehen. Von der Krn-See Hütte wollten wir einmal den Nationalpark von Westen nach Osten queren, um dann von der Komna Hütte in den nächsten Tagen in Richtung Triglav zu wandern. Die Querung durch einige Längstäler stellte sich dabei als eine der schönsten Tagesetappen heraus und wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Durch die Längstäler in Richtung Osten

Schild Triglav Nationalpark Komni
Zwei Stunden auf dem Schild sind vier Stunden für uns :-)

Morgens ging es direkt nach dem Frühstück bei tollem Wetter los – die Wolken des vorherigen Tages hatten sich verzogen. Die ersten zehn Minuten des Weges kannten wir schon, es ging wieder an einer Almhütte mit Kühen und Schweinen vorbei in Richtung Krn See. Kurz vor dem See nahmen wir dann aber den Weg nach links in Richtung Komna Hütte. Auf dem Schild standen nur 2,5 Stunden bis dort angegeben, aber wir hatten ja schon im letzten Jahr gelernt, dass wir die Zeiten meist um das doppelte überbieten – also passte das gut als Tagestour. Außerdem steckte uns die Krn Besteigung auch noch ein wenig in den Knochen.

Durch ein wunderschönes Tal mit unglaublicher Blumenpracht ging es dann in Richtung Osten weiter. Für eine Stunde liefen wir durch Wiesen, die in den unmöglichsten Farben leuchteten. Mitte Juli war die perfekte Zeit, um wirklich alle Bergblumen in der Blüte zu sehen und wir konnten uns kaum sattsehen. Um uns herum brummte und surrte alles, da so viele Insekten unterwegs waren. Miriam hat sogar einige kleine Waben entdeckt, die geschickte Wespen an einem Stein angebracht hatten. Besonders lustig zu beobachten waren die dicken Hummeln, die durch ihr Gewicht die Blumen auf denen sie sich niederließen immer komplett umknickten – ein Schauspiel, dass Miriam immer wieder zum lachen brachte.

 

 

Nach einer Stunde kamen wir an einer Ansammlung von Ruinen an, die an den ersten Weltkrieg erinnern. Was genau hier mal stand konnten wir nicht herausfinden, aber die alten Gebäude mit ihren hohen Mauern sahen aus wie Gerippe. Von hier aus ging es nochmal ein wenig hoch in ein weiteres Tal, was wiederum ganz anders aussah. Zwar gab es hier auch Blumen, das Karstgestein hatte aber noch andere Felsformen gezaubert. Und wieder sah man überall die Überreste des Krieges. Stacheldraht ragte aus dem Boden, Tunneleingänge waren an den Talflanken sichtbar und überall lagen große Metallstücke herum. Später kamen wir an Tafeln vorbei, die erklärten, dass hier die Hauptversorgungslinie war, die die Front am Krn mit Nachschub belieferte. Weiter unten im Tal befand sich auch ein Spital (in dem Gebäude ist jetzt die Berghütte untergebracht, in der wir übernachtet haben) sowie verschiedene Verwaltungsgebäude.

 

Pause Triglav Nationalpark
Viele Orte laden zum Pause machen ein - man muss ja schließlich die tolle Landschaft auch genießen
Triglav Nationalpark mit vielen Blumen
Immer weiter durch die Blumenwiesen...

Überreste Gebäude 1. Weltkrieg Triglav Nationalpark
Wie Skelette stehen die Überreste der Gebäude aus dem 1. Weltkrieg in der Landschaft
Karstlandschaft in Slowenien, Triglav Nationalpark
Sanfte Wiesen in der Karstlandschaft - einfach traumhaft

Tschüss Krn - über den Pass ins nächste Tal

Blick in Richtung Bohinj See - Triglav Nationalpark
Ein wunderschöner Blick in Richtung Bohinj See - einmal quer durch den Nationalpark

Über eine lange, aber flache Steigung ging es dann hoch auf den Pass, die höchste Stelle für heute. Während des Aufstieges fing es plötzlich in meiner Tasche an zu piepsen – zum ersten Mal hatte mein Handy wieder Netz. Das habe ich natürlich sofort genutzt, um in der Komna Hütte anzurufen um unsere Betten zu reservieren – vor allem in der Hauptsaison sollte man dies immer tun, um sicher einen Schlafplatz zu bekommen. Leider war mein Anruf aber schon zu spät, die Komna Hütte war ausgebucht. Zum Glück liegt kurz vorher noch eine andere Hütte, die Bogatinom Hütte, und dort gab es noch ein Doppelzimmer, welches wir reservieren konnten. Puh, Glück gehabt. Das Netz habe ich dann gleich ausgenutzt und auch bei allen weiteren Hütten angerufen, die noch auf unserem Weg lagen – und alle waren schon voll. Überall konnte ich jeweils nur Betten im Schlafsaal reservieren, da wir uns wohl doch zu kurzfristig für diese längere Tour entschieden hatten. Naja dachte ich mir, wird auch so irgendwie gehen.

 

Vom Pass aus konnte man nochmal toll den Krn sehen – allerdings zum letzten Mal. Mit einer ausgiebigen Pause haben wir uns vom Blick auf diesen tollen Berg verabschiedet, der uns all die Tage vorher begleitet hatte. Miriam hat einen kurzen Mittagsschlaf in Mitten eines Blumenmeeres gehalten – mein absolutes Lieblingsbild dieses Sommers.

 

So schön entspannt...
So schön entspannt...
Ich glaube, es ist eindeutig warum dies mein Lieblingsbild des Sommers ist :-)
Ich glaube, es ist eindeutig warum dies mein Lieblingsbild des Sommers ist :-)

Noch ein letzter Blick auf den Krn, der schon wieder in den Wolken lag...
Noch ein letzter Blick auf den Krn, der schon wieder in den Wolken lag...
Bergblick Triglav Nationalpark
Blick auf Berge durch Blumen - gibt es etwas schöneres?

Happy Times!
Happy Times!

Der Abstieg in Richtung Bogatinom Hütte - noch mehr Blumen...

Der Abstieg in das Tal hatte es dann nochmal in sich – in allen Hinsichten. Einerseits ging es ganz schön steil und über viel loses Geröll hinunter, andererseits sahen wir nochmal ganz andere Blumen als auf der anderen Seite und mussten alle paar Meter für neue Fotos stoppen. Da wir diese Tagesetappe relativ kurz gewählt hatten, konnten wir uns jetzt alle Zeit der Welt lassen und die letzten Kilometer richtig genießen. In der Ferne sah man schon die Komna Hütte aus dem Wald ragen – und unsere Hütte lag sogar ein Stückchen davor.

 

Wanderung Bogatinom Hütte
An der Bergflanke entlang ging es ins Tal
Abstieg über Felspassage in Richtung Bogatinom Hütte
Manchmal musste man noch ganz schön kraxeln...

Abstieg Bogatinom Hütte
Durch das Blumenmeer hinab ins Tal
Bogatinom Hütte
Als wir um die Ecke bogen, sahen wir schon die Häuseransammlung um die Bogatinom Hütte

Am Nachmittag kamen wir dann an der Bogatinom Hütte an. Diese Hütte ist in dem Gebäude des alten Krankenhauses entstanden, und ganz in er Nähe ist eine Gedenkstädte für die Verstorbenen, die hier begraben wurden. Daher ist das Haus sehr alt und wir hatten ein kleines, verwinkeltes Zimmer im Dachboden – wunderschön. Anders als in anderen Hütten war hier die Hüttenwirtin auch schon etwas älter und keine Studentin mit Sommerjob, so dass die ganze Atmosphäre irgendwie ein wenig uriger war. Wir haben dann erstmal unseren tollen Wandertag mit Apfelstrudel und Schokopfannekuchen gefeiert. Die Zeit bis zum Sonnenuntergang haben wir uns alle unterschiedlich vertrieben – Miriam hat hinter der Hütte mit ihren Pferden gespielt, ich habe gelesen und Annette hat die Sonne genossen. Zum ersten Mal konnten wir dann später auch das Abendessen noch draußen einnehmen und haben so einen wunderschönen Tag beschlossen, der uns genau an den richtigen Ort geführt hatte.

 

Kind isst Pfannekuchen Bogatinom Hütte
Yummie - Miriam hatte sich diese riesen Portion Pfannekuchen redlich verdient!
Abendessen Bogatinom Hütte
Abendessen draußen, in den letzten Sonnenstrahlen

Bogatinom Hütte Slowenien
Das ehemalige Feldkrankenhaus wird heute als Wanderhütte genutzt und hat seinen ganz eigenen Charme - inklusive toller Hüttenwirtin

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Veronika (Freitag, 21 September 2018 17:41)

    Hallo ihr beiden!
    da seid ihr ja ganz schön fleißig gewandert! Eure Bilder sind traumhaft und je länger ich sie mir ansehe desto mehr schmerzt es mich, dass ich es heuer nicht in den Nationalpark Triglav geschafft habe. Geplant gewesen wäre es, doch leider musste ich meine Reise früher abbrechen als vermutet und somit muss der Nationalpark Triglav noch etwas auf meinen Besuch warten. Vielen Dank für die Info, dass ich für die Hüttenreservierung nicht bis zur letzten Sekunde warten sollte.
    Liebe Grüße, Veronika von https://smilesnapandtravel.com/