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Der Flughafen Kathmandu – So übersteht Ihr das Chaos (Ankunft)

Miriam am Flughafen Katmandu

Der Flughafen Kathmandu wird regelmäßig unter die schlechtesten Flughäfen der Welt gewählt. Ich bin ja in meinem Leben schon viel rumgekommen und habe viele Flughäfen gesehen, aber dieser Aussage kann ich nur zustimmen – das Chaos, das in Kathmandu herrscht, ist schon eine ganz eigene Klasse. Davon sollte man sich auf keinen Fall von einem Urlaub in Nepal abhalten lassen, denn man hält sich ja zum Glück nur kurz am Flughafen auf. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die es einem dort deutlich einfacher machen, und die möchte ich heute mit euch teilen!

 

Die Landung am Flughafen Kathmandu

Fliegt man nach Kathmandu, so hat man oft Glück und kann schon aus dem Flugzeug die beeindruckenden Berge sehen. Manchmal bekommt man sogar noch eine extra Runde, weil das Flugzeug nicht direkt landen kann. Der Flughafen Kathmandu hat nur eine Landebahn und hat dadurch oft mit „Luft-Stau“ zu kämpfen. Falls die Landung also schon angekündigt ist, es aber noch ein paar Runden über die Stadt geht, nicht wundern – euer Flug ist in der Warteschleife.

 

Ausblick aus dem Fenster auf Berge im Landeanflug Flughafen Katmandu
Wenn man Glück hat, bekommt man in der Warteschleife nochmal schöne Ausblicke auf die Berge

Nachdem der Flug es dann endlich auf den Boden geschafft hat, wird man meistens mit einem Bus zum Terminal gebracht. Von dort geht es dann durch einen langen Gang und an einer gruselig aussehenden Gesundheitsstation vorbei (die während des Ebola Ausbruchs eingerichtet worden ist…) in die Eingangshalle zur Immigration.

 

Visum für Nepal – Was, wo, wie?

Hier bekommt man das Visum für seinen Aufenthalt in Nepal. Es gibt die Möglichkeit, sich schon vorher beim Konsulat in Deutschland ein Visum zu besorgen, wenn man keine Lust auf den Stress bei der Ankunft hat. In diesem Fall muss man nur die Arrival Karte ausfüllen, die man links in der Halle bekommt und kann direkt zum Immigrationsschalter gehen. Diejenigen für Reisende mit Visum sind ganz rechts in der Halle.

 

Hat man kein Visum im Pass, so hat man mehrere Möglichkeiten. Ebenfalls vor Abflug kann man das Visum online beantragen. Dazu füllt man den Antrag aus, fügt ein Foto bei und druckt sich dann die Bestätigung mit einem Barcode aus. Hat man dies getan, so kann man direkt zum Bezahlschalter gehen und kann meistens einen guten Vorsprung vor den anderen Reisenden herausholen. Die Arrival Karte brauch man allerdings trotzdem noch.

 

Wenn das nicht der Fall ist, so gibt es wiederum zwei Möglichkeiten. Dort wo auch die Arrival Karte ausliegt, gibt es auch Visumsformulare die man manuell ausfüllen kann. Hierfür braucht man allerdings ein Passfoto. Mittlerweile stehen in der Halle auch mehrere Maschinen, in die man seine Informationen eingeben kann. Wenn die Schlangen hier nicht zu lang sind, ist dies auf jeden Fall vorzuziehen, da es dann später am Schalter viel schneller geht. Außerdem braucht man hier kein Foto, da die Maschine eines macht. Theoretisch kann sogar der Pass hier eingelesen werden, aber das klappt meiner Erfahrung nach selten… Im Formular muss man auch die Adresse des Hotels angeben, in dem man unterkommt. Hier reicht die Adresse in Katmandu, man muss nicht jede Station der Reise angeben. Als Telefonnummer kann auch einfach die Nummer des Hotels eintragen werden.

 

Hat man diesen Schritt gemacht, so geht es weiter zum Bezahlschalter. Hier muss man angeben, wie lange man bleiben möchte – 15,30, oder 90 Tage. Man sollte hier sehr deutlich sein, ich habe es schon oft erlebt, dass einfach ein längerer Zeitraum berechnet wurde. Die Behörde gibt an, man könnte hier auch mit der Karte zahlen, darauf würde ich mich aber nicht verlassen. Die Gebühr kann in Dollar oder Euro gezahlt werden und Cash ist hier die beste Lösung. 15 Tage kosten 25 US, 30 Tage 40 US$ und 90 Tage 100 US $.

 

Kinder unter 10 Jahren bekommen ein Gratis Visum. Für sie muss ebenfalls ein Antrag gestellt werden, aber eben nichts bezahlt werden. Dies würde ich am Bezahlschalter immer nochmal erwähnen, manchmal zählen die einfach nur die Pässe durch und berechnen entsprechend.

 

Anschließend geht es dann zur eigentlichen Migration. Man muss darauf achten, dass man sich an den richtigen Schalter anstellt – diese sind nach Visumsdauer aufgeteilt. Das Gratisvisum bekommt man am Schalter ganz links, wo auch die Diplomaten durchgehen.

 

Wenn man zu mehreren ist und die Schlangen sehr lang sind, kann man sich auch aufteilen. Wir machen es zum Beispiel immer so, dass Miriam sich direkt am Bezahlschalter anstellt und ich die Anträge an der Maschine ausfülle. Anschließend nehme ich ihren Platz ein und sie geht schonmal weiter zum Visumsschalter und stellt sich dort an. Wenn ich bezahlt habe, gehe ich dann zu ihr und wir sind wenigstens ein kleines Stückchen weiter vorne in der Schlange.

 

Die Gepäckausgabe – der Weg ins Chaos

Mit dem Visum frisch im Pass geht es dann weiter nach unten zur Gepäckausgabe. Miriam und ich machen immer ein paar Sekunden Pause um uns zu sammeln bevor wir die Rolltreppe betreten – jetzt fängt nämlich das Chaos erst so richtig an.

 

Unten tritt man von der Rolltreppe und landet erstmal wieder in einer langen Schlange – oder einem Haufen, der versucht sich vorwärts zu schieben. Hier werden nämlich alle Passagiere durch eine einzelne Sicherheitskontrolle gelotst, deren Sinn ziemlich undurchsichtig ist. Es soll offensichtlich auf geschmuggeltes Gold kontrolliert werden, allerdings bezweifele ich, dass auf diese Art und Weise irgendetwas gefunden wird.

 

Nervig ist es, da man – je nach Passagieraufkommen – lange aufgehalten wird und alle Taschen abgeben muss. Auch Schlüssel, Handys etc. müssen wieder aus den Hosentaschen geholt werden. Allerdings wird bei Touristen da nicht so besonders hingeguckt, mit genug Selbstbewusstsein kann man den Gürtel auch anlassen. Und piepen tut sowieso jeder, und keiner wird einzeln kontrolliert. Schlüssel etc. würde ich dort nie in die Kisten legen, sondern immer in eine verschließbare Tasche, denn die Abwicklung dort ist einfach zu chaotisch. Da die Sachen dann in die Ankunftshalle ausgespuckt werden, haben Miriam und ich es uns angewöhnt, dass ich die Taschen erst aufs Band lege, wenn sie durch die Kontrolle gegangen ist – sonst liegen Laptoptasche, Handtasche und all unsere Wertsachen da oft einige Minuten unbewacht auf dem Boden rum. Wenn man zu zweit oder mehreren ist, ist dies eine gute Lösung.

 

Es gibt Tafeln, auf denen man sehen kann, auf welchem der vier Gepäckbänder das Gepäck theoretisch zu finden sein sollte. Nicht immer ist dies korrekt, ich würde einfach die Mitwartenden fragen, ob sie mit dem gleichen Flug gekommen sind. Kleine Gepäcktrolleys gibt es ganz links in der Halle, da kann man sich einfach einen nehmen. Es gibt immer Leute in der Eingangshalle, die Hilfe anbieten – meist wollen die aber später Geld dafür. Ich habe dies bis jetzt immer abgelehnt.

 

Die Nepalis haben die Angewohnheit, mit ihren Gepäckwagen direkt am Band zu stehen, so dass dort meistens alles total voll ist. Miriam hält sich mit unserem Wagen dann immer im Hintergrund und ich schieße nach vorne, wenn einer von unseren Koffern in Sicht kommt – mittlerweile ein ausgeklüngeltes System. Man braucht hier einfach ein bisschen Geduld und sollte Ruhe bewahren, auch wenn es in Stoßzeiten manchmal ein bisschen Gedrängel ist.

 

Wenn man sein Gepäck auf dem Band nicht sieht, sollte man mal an der Seite gucken – aus irgendeinem Grund räumen die Angestellten des Flughafens viele Koffer einfach vom Band und lassen sie da liegen. Ich habe schon ein paar Mal für eine halbe Stunde hoffnungsvoll aufs Band gestarrt und am Ende festgestellt, dass mein Gepäck schon die ganze Zeit in einer Ecke lag. Bevor man Panik bekommt, sollte man also auf jeden Fall mal abchecken, ob man vielleicht im Haufen neben dem Band Glück hat.

 

Bevor man dann den Flughafen endlich verlassen kann, muss man noch durch eine Hürde – das Abchecken der Gepäckstücke. Hier sollte man sein Ticket mit den kleinen Aufklebern zur Hand haben, dann werden die Nummern mit den Gepäckstücken verglichen. Und endlich geht es raus – Willkommen in Nepal!

 

Willkommen in Nepal

Wieder durch einen langen Gang kann man dann endlich den Flughafen Kathmandu verlassen. Es geht vorbei an mehreren Ständen von Taxi Agenturen, die versuchen Touristen zu überzeugen, dort eine Tour zu buchen und in die Ankunftshalle. Hier dürfen aber noch keine Angehörigen rein, die stehen alle hinter einer Glasscheibe und warten sehnsüchtig auf ihre Verwandten, die sich oft jahrelang nicht gesehen haben. Ein Großteil der Reisenden sind Gastarbeiter, die entweder zurückkommen, oder zu Besuch nach Nepal kommen. Die Gepäckstücke sind daher auch oft gewöhnungsbedürftig – Fernseher und anderes technisches Gerät sind beliebte Mitbringsel.

 

Ankunft am Flughafen Katmandu
Die Taxifahrer und Abholservices stehen direkt am Ausgang - hier muss man nur noch seinen Namen auf einem der Schilder finden

Die Taxis und Abholservices warten draußen. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich vom Flughafen abholen zu lassen, denn eine anstrengende Verhandlung mit Taxifahrern ist wahrscheinlich nicht das, was man nach einem langen Flug braucht. Außerdem gibt es in Nepal keine richtigen Straßennamen und Hausnummern, wenn man also in einem kleineren Hotel unterkommt, kann es gut sein, dass die Taxifahrer dies nicht kennen. Die Extrakosten für eine Abholung würde ich immer in Kauf nehmen – und sie sind meistens sehr gering.

 

So, wer bis hierher durchgehalten hat mit dem Lesen, hat jetzt vermutlich keine Lust mehr nach Nepal zu fliegen :-). Dies ist aber absolut nicht meine Intention. Der Flughafen ist chaotisch, aber eine Reise nach Nepal lohnt sich immer, es gibt so viel zu sehen und zu erleben hier. Ich hätte mir bei meiner ersten Reise nur gewünscht, auf das was da auf mich zukommt vorbereitet zu sein. Daher dieser Artikel. Auch ist es nicht immer so voll, dass überall Schlangen entstehen. Ich habe schonmal 20 Minuten für den ganzen Prozess gebraucht, allerdings auch schonmal über 4 Stunden.

 

In diesem Artikel erzählt Susanne von Flügge, die gerade nach Nepal gezogen ist von ihren Erfahrungen am Fluhafen Kathmandu - die sind auch nicht ohne.Sie berichtet auf ihrem Blog über ihr Leben in Nepal - schaut doch mal vorbei. Auch Doris von Horizonte entdecken hat "interessante" Erfahrungen gemacht - sie ist 2014 in Nepal angekommen, nachdem ein Turkish Airlines Flugzeug vier Tage lang die Landebahn blockiert hatte. Miriam und ich sind damals für fünf Tage in Abu Dhabi hängen geblieben... 

Was sind nach eurer Erfahrung die schwierigsten Flughäfen der Welt? Ich glaube, für uns ist Kathmandu wirklich das chaotischste was wir je erlebt haben, aber Berlin Schönefeld kann durchaus mithalten… Tanger in Marokko fand ich auch sehr anstrengend. Ich freue mich auf Rückmeldungen und bin gespannt, was ihr so erlebt habt.

 


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Kommentare: 5
  • #1

    Mel von Kind im Gepäck (Freitag, 12 April 2019 16:54)

    Liebe Eva,
    das klingt wirkich nach Chaos! Wow, was es da alles zu beachten gibt, das hätte ich gar nicht erwartet. Wird einem da nicht geholfen? Muss man das alles wissen oder sich vorab informieren? Gerade mit Kindern kann das dann ja wirklich in einem Nervenzusammenbruch mit all dem Gewarte und Gedrängeln enden.
    Super informativ, eine gute Idee das aufzuschreiben.
    Viele Grüße von Mel & family

  • #2

    Wir auf Reise (Sonntag, 14 April 2019 07:43)

    Ihr Lieben,
    da habt ihr ja schon eine tolle Routine entwickelt! Danke, dass du das so toll für alle Nepal-Urlauber zusammen gefasst hast. Diese Informationen im Vorfeld sind wirklich Gold wert! Und meistens ist es ja so, dass man nach einer beschwerlichen Anreise einen richtig tollen Urlaub erlebt!
    Wir hatten auch schon ein paar Kuriose Flughäfen erlebt, aber die sind dann winzig klein gewesen und wir fanden es eher im lustig.
    Liebe Grüße
    Charnette

  • #3

    Isabel (Sonntag, 14 April 2019)

    Hallo Eva,

    das klingt wirklich nach Kuddelmuddel und krassem Durcheinander. Dank euren Tipps, sollte sich jetzt aber auch der Letzte zurecht finden.
    Den Beitrag werde ich mir gut merken. Nepal muss leider noch ein paar Jahre warten, wenn es so weit ist, weiß ich dann, wo ich alles nochmal nachlesen kann.
    Liebe Grüße

  • #4

    Jenny (Montag, 15 April 2019 11:43)

    Oha, das klingt wirklich vorbereitungsbedürftig - aber genau dafür gibt es ja Reiseblogs :-)

    LG
    Jenny

  • #5

    Birgitta Kuhn (Donnerstag, 18 April 2019 21:06)

    Hallo,
    oh mein Gott, das hört sich wirklich nach Chaos an. Zum Glück hast du alle Informationen so toll in diesen Artikel gepackt. Falls wir also mal nach Kathmandu fliegen, sind wir vorbereitet. Vielen lieben Dank dafür und auch für die guten Tipps.