Tagesausflug in Pokhara – Devi Falls und Gupteshwor Mahadev Cave

Der Weg schlängelt sich weiter durch den Fels, es wird immer dunkler. Zack, schonwieder fast hingefallen. Immer glitschiger werden die Felsen, und ich kann immer noch nicht wirklich erkennen, wo wir eigentlich hingehen. Miriam kann ich kaum noch sehen, sie ist mit ihrer Freundin voraus gelaufen und findet den Höhlengang bestimmt total spannend. Ich kann gerade noch so das Echo ihres Gekichers hören – wenigstens die beiden haben Spaß. Die Luft wird immer drückender und die Feuchtigkeit beträgt bestimmt 1000%. Plötzlich weichen die Wände rechts und links, es öffnet sich eine große Halle und ich kann endlich wieder atmen. Weiter vorne hört man Wasser rauschen und grünliches Licht fällt in die Höhle. Jetzt kann ich auch endlich erkennen, wo wir eigentlich hingegangen sind – hinter den Devi Wasserfall.

 

Devi Wasserfall – Naturschauspiel mit trauriger Geschichte

Der Devi Wasserfall
Der Devi Wasserfall

Der Devi Wasserfall ist einer der bekanntesten Attraktionen in Pokhara – und eigentlich ein bisschen langweilig. Das Gestein hier ist sehr weich, so dass sich der Pardi Khola Fluss sein Bett ganz tief hinein gegraben hat und über einen tosenden Wasserfall in eine Höhle fällt. Die Höhle gilt als die längste in Nepal und das Wasser tritt erst 500m hinter dem Wasserfall wieder an die Oberfläche. Im weiteren Verlauf fließt der Fluss durch die stellenweise fast 20 m tiefe Schlucht – man kann aber selten hineinsehen da sie komplett überwachsen ist. Mittlerweile ist der ganze Bereich großräumig abgesperrt, da sich zu viele Leute ganz nah an den Rand gewagt hatten. Vor allem in der Regenzeit ist der Wasserfall aber trotzdem beeindruckend, da sich die Wassermassen mit viel Druck in das enge Flussbett quetschen. Dann kann man sich kaum der Schlucht nähern, ohne komplett von Gischt durchnässt zu werden.

 

Drei Menschen an Zaun, Devi Falls
Der Wasserfall ist eingezäunt, damit bloß keiner reinfällt...
Flusstal Devi Falls
In diese Spalte verschwindet der Fluss in die Tiefe - und man steht in der Gischt...

Den Namen haben die Devi Falls aus einem traurigen Anlass bekommen – in den 70er Jahren war Pokhara schon ein beliebtes Ziel für Langzeitreisende. Ein Schweizer Paar badete in einem der oberen Pools, als die Frau ausrutschte und weggespült wurde. Später konnte sie leider nur noch tot geborgen werden, und in ihrem Andenken wurden die Fälle nach ihr benannt – Devi.

 

Um die Fälle herum hat sich so etwas wie ein kleiner Erlebnispark gebildet, man kann Fotos mit Silhouetten verschiedener ethnischer Gruppen in Nepal machen, in nachgebautes traditionelles Haus ansehen und sein Glück an einem Glücksbrunnen herausfordern.  Außerdem gibt es eine Rekonstruierung des Mount Everest aus Beton zu sehen – eine typisch nepalische Sehenswürdigkeit… Am Eingang gibt es viele Souvenirshops in denen man kleine Andenken kaufen kann. Der Eintritt beträgt für Ausländer 30 Rupien, Kinder kommen umsonst herein. Vor allem am Wochenende kann es ganz schön voll werden, da auch viele einheimische Touristen hier herkommen.

 

Miriam mit Muskelkörper
Miriam hat trainiert :-)
Hannah mit Muskelmann
Der vierarmige Bodybuilder...

Zwei erwachsene mit Körpermaske
Johannes und Bettina als Newarisches Paar - sieht auch nicht schlecht aus :-)
Miriam mit Körpermaske
Miriam passt nicht so ganz hinter die Maske

Wo ist denn hier der Eingang???

Eingang Devis Falls
Könnte auch ein Restaurant, sein, oder?

Ich war mittlerweile schon mehrmals bei den Devi Fällen. Für immer in Erinnerung wird mir aber das erste Mal bleiben, 2015 mit meinem Bruder und meiner Mutter. Mitten in der Benzinkrise hatten wir kein Taxi bekommen und waren hingelaufen. Als wir dann da waren konnten wir einfach den Wasserfall nicht finden. Wir sind die Straße hoch und runter gelaufen und haben immer wieder gefragt – die Menschen guckten uns nur komisch an und zeigten immer wieder in die gleiche Richtung. Da war aber kein Wasserfall sondern nur ein Tor zu einem Restaurant mit dem Namen Devi Falls – das dachten wir jedenfalls. Erst nach einer ganzen Weile haben wir realisiert, dass das der Eingang war… Das war uns dann schon ein wenig peinlich, und in Erinnerung daran schicke ich seitdem jedes Mal wenn ich da bin ein Foto an meinen Bruder…

 

Die Gupteshwor Mahadev Höhle – ein Tempel in der Dunkelheit

Von dem Eingang zum Devi Wasserfall muss man nur einmal die Straße überqueren, um zur Gupteshwor Mahadev Höhle zu gelangen. Auch hier muss man eine kleine Gebühr bezahlen (100 Rupien pro Person) um dann über eine lange gewundene Treppe in ein kleines Loch im Boden abzusteigen. Die Treppe ist erst vor kurzem angelegt worden und mit sehr verrückten Statuen verziert – hier ist wohl eine Mischung aus Hinduismus, Buddhismus, griechischer Mythologie und Marvel Comics entstanden. Sobald man die Höhle betritt steigt sofort die Luftfeuchtigkeit an, wenn man Kreislaufprobleme hat sollte man hier vorsichtig sein.

 

Statue
Wandverschönerungen auf dem Weg in die Höhle
Statue
Diesmal mit Spriralen BH...

Treppen in die Höhle
Runter, runter, immer weiter runter...

Rechts geht eine breite Treppe weiter nach unten, hält man sich links kommt man in einen sehr engen Gang – Vorsicht Kopf! Dieser schlängelt sich einige Meter herum, bis man an eine steinerne Kuh kommt (ja, eine Kuh), die gegen eine kleine Spende auch heilige Milch gibt. Was genau man mit der „Milch“ dann machen soll ist mir bis heute ein Rätsel, wir haben uns bis jetzt immer schnell an dem Spektakel vorbeigedrückt. Man kommt dann am Beginn der Treppe wieder raus aus dem kleinen Gang und kann absteigen zum Shiva Tempel, der Hauptattraktion der Höhle. Man darf allerdings keine Bilder von dem wunderschönen kleinen Schrein machen, in dessen Mitte ein großer Stalagmit thront und muss die Schuhe ausziehen, um sich zu nähern – die runde kleine Anlage ist aber durchaus einen Blick wert.

 

Weiter nach unten – wo geht’s denn hier bloß hin?

Wasserfall von innen
Von innen sieht der Wasserfall noch enger aus

Bei meinen ersten Besuchen war am Shiva Tempel Schluss – es gab zwar noch einen Weg weiter runter, der war aber immer abgesperrt. Im letzten Jahr war dann plötzlich die Tür dort auf, und Miriam war nicht zu halten. Ohne zu wissen wo uns der enge Tunnel hinführen würde, ist sie mit ihrer Freundin losgezogen, und ich musste dann ja zwangsläufig hinterher. Nachdem mir doch mehrmals das Herz in die Hose gerutscht war, kamen wir dann schließlich hinter den Devi Falls raus – unter der Erde hatten wir die Straße wieder überquert. Von unten kann man dann auch nochmal richtig sehen, wie sehr sich der Fluss in das weiche Gestein gefressen hatte und was für eine Kraft die Wassermassen haben. Wirklich beeindruckend. Dieser Durchgang ist allerdings nur geöffnet, wenn der Wasserspiegel nicht zu hoch ist, sonst ist der Tunnel nicht begehbar.

 

Wenn man einen halben Tag in Pokhara überbrücken muss, ist ein Ausflug zu den Devi Falls und der Gupteshwor Mahadev Höhle eine gute Idee. Man kann dies auch gut mit einem Besuch im tibetischen Flüchtlingslager verbinden, welches sich in unmittelbarer Nähe befindet. Ein außergewöhnliches Naturerlebnis sollte man aber nicht erwarten, dafür sind beide Orte schon zu sehr ausgebaut. Außerdem sind sowohl die Devi Wasserfälle als auch die Höhle zu beliebten Zielen für einheimische Touristen geworden, was dazu führt dass es vor allem an Wochenende voll sein kann. Dann kann man vor allem die etwas verrückte Seite von Nepal sehen – und das ist für mich immer wieder den Ausflug wert!

 


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