Nationalpark Tierra del Fuego – Feuerland mit Kindern

Mein kleines grünes Männchen im Wald
Mein kleines grünes Männchen im Wald

An unserem zweiten Tag in Ushuaia haben wir uns entschieden, den Nationalpark für uns zu erkunden. Am äußersten Spitze der Insel Feuerland liegt der Nationalpark Tierra del Fuego. Von Ushuaia aus kann man entweder eine organisierte Tour buchen oder mit dem Bus fahren, um den Park zu erreichen. Wir haben uns für den Bus entschieden und hatten uns im Vorhinein schon eine Tour auf der Karte aus dem Touristenbüro rausgesucht, die wir laufen wollten.

 

Nachdem wir den Eintritt zum Park bezahlt haben, sind wir vom Bus an der Küste abgesetzt worden und haben unsere Wanderung begonnen. Ungefähr sieben Kilometer ging es direkt an der wilden Küste Feuerlands entlang, und wir konnten von den Ausblicken gar nicht genug bekommen. Knorrige und windgebeugte Bäume haben unseren Weg gesäumt und Miriam hat ihre ganze Tasche voll mit Muscheln gesammelt, die sie an den Strandstücken gefunden hat.

 

Ein guter Windschutz für unsere Pause
Ein guter Windschutz für unsere Pause

Mit dem Wetter hatten wir leider nicht so viel Glück, Regen und Sonnenschein haben sich abgewechselt und wir waren uns nie sicher, ob wir lieber die Regenjacke draußen lassen sollten oder die Sonnenbrille. Unsere Pause haben wir dann in heftigem Regen unter einem Baum verbracht, zwanzig Minuten später war dann schon wieder strahlender Sonnenschein. Echtes Patagonienwetter also…

 

Ein kleines bisschen verdreht dieser Baum...
Ein kleines bisschen verdreht dieser Baum...

In dem Wald haben mich vor allem die ganzen umgestürzten Bäume in den unterschiedlichsten Stadien der Dekomposition fasziniert. Das Holz hatte durch den Wind und die Sonne eine silberne Farbe und fast alle Bäume waren mit Flechten und Moosen bedeckt. Einige Stämme waren in sich verdreht, ausgehöhlt, oder ineinander verkeilt, es war wirklich wunderschön und eine ganz eigene Welt.

 

Nach ungefähr drei Stunden unterwegs in diesem wechselhaften Wetter haben wir uns dann erst mal mit Kaffee und warmer Milch im Besucherzentrum aufgewärmt. Oben gab es auch eine Ausstellung über die ursprünglichen Bewohner der Gegend, die sich gegen die Kälte mit Seelöwenfett eingeschmiert haben. Miriam hat dort viel Zeit verbracht, kam aber nach dem Betrachten der Bilder natürlich wieder mal mit mehr Fragen zurück als dass sie Antworten bekommen hätte…

 

Einer der kurzen Momente mit Sonnenschein...
Einer der kurzen Momente mit Sonnenschein...
Ein Haufen voller Kreuzfahrer... Sieht eher so aus, als wenn die sich alle gegenseitig fotografieren würden :-)
Ein Haufen voller Kreuzfahrer... Sieht eher so aus, als wenn die sich alle gegenseitig fotografieren würden :-)

Anschließend sind wir dann noch über kleine Wege über mehrere Inseln durch die zerklüftete Küstenlandschaft bis zum Ende der Ruta 3 gelaufen. Dort hatte man einen wunderschönen Ausblick über die Bucht von Lapataia und die vielen kleinen Inseln. Leider waren dort aber gerade mehrere Busse voller Kreuzfahrtsschifftouristen ausgeschüttet worden, was uns die Stimmung ein wenig verdorben hat. Irgendwie ist es immer ein komisches Gefühl, wenn man den ganzen Tag zu einem Ort gewandert ist und dann dort in eine riesen Gruppe Touristen läuft, die in Stoffschühchen und Seidenblüschen zum Aussichtspunkt geschoben werden, 20 Bilder machen und dann wieder im Bus weggeschafft werden. Wir sind dann mit dem letzten Bus zurück gefahren und haben unseren Abend schön mit leckerem Essen und einem lokal gebrauten Bier ausklingen lassen. Wieder ein wunderbarer Tag in Patagonien!

 

Die Bucht von Lapataia
Die Bucht von Lapataia

Die Busse fahren stündlich vom Hafen in Ushuaia und kosten 400 Argentinische Pesos (ca. 25 Euro)  für die Hin- und Rückfahrt. Der Eintritt für den Nationalpark ist 210 Pesos (ca. 14 Euro), für Kinder und Rentner ist es umsonst.

 

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