Wandern als Familie - Das sagen die Kinder

Wandern als familie

Wandern als Familie ist ein tolles Erlebnis – wenn alle mit an Bord sind. Letzte Woche habe ich die Eltern aus vier „Wanderfamilien“ zu Wort kommen lassen. Sie haben erzählt, warum sie gerne mit ihren Kindern wandern gehen, und was ihre besten Motivationstricks sind. Heute kommen die Kinder zu Wort und erzählen, was sie am Wandern so toll finden, wie ihre Eltern sie unterstützen und was sie anderen Familien raten würden.Macht euch gefasst auf einige spannende Einblicke!

 

Hoch oben, wo nicht mehr viele Leute sind, können wir auch Tiere sehen

Sunnykid von Freeliving Adventures (englisch) ist schon fast professionelle Bergsteigerin. Ihre Mutter hat sie schon mit wenigen Wochen in die Julischen Alpen vor ihrer Haustür mitgenommen – die beiden kommen aus Slowenien. Mit fünf Jahren war sie schon im Annapurna Basecamp, und dieses Jahr hat sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter das Ziel gesetzt, 46.000 Höhenmeter zu bezwingen.

 

Wandern als familie

„Ich liebe große Berge. Ich mag es, auf Steinen zu klettern und steile Wege hochzulaufen. Ich mag keine Wanderungen mit vielen Leuten im Wald oder langweilige Wege. Hoch oben, wo nicht mehr so viele Leute sind, können wir auch Tiere sehen. Im Winter sind Skitouren das Beste. Ich laufe hoch und fahre auf Skiern runter.

 

Ich brauche keine besondere Motivation von meiner Mutter. Ich möchte gehen, weil ich es liebe. Wenn ich es nicht mögen würde, würde ich auch nicht gehen. Ich finde es aber gut, wenn meine Mutter auf mich wartet, wenn ich etwas Interessantes unterwegs gefunden habe, oder wenn ich eine Pause brauche. Und wenn sie mir Geschichten erzählt.

 

Um andere Kinder zu motivieren, sollten die Eltern erstmal alleine gehen und dann ihren Kindern von den Wanderungen erzählen. Sie könnten Fotos davon zeigen, wie schön und spannend es ist. Dann könnten sie ihren Kindern eine Entscheidungsmöglichkeit geben, ohne Druck. Sie könnten sie fragen: Hey, ich besteige jetzt diesen Berg, möchtest du mitkommen?“  

 

Am tollsten ist es, wenn unsere Eltern mit dem Wind schimpfen

Die Outdoorfamilie ist mit ihren drei Kleinkindern oft draußen unterwegs, egal ob beim Wandern, Klettern, Schwimmen oder im Schnee. Besonders in ihren Bann gezogen hat die ganze Familie die Erfahrung auf einer Weitwanderung in Norwegen.

 

Wandern als Familie

“Wir fragen unsere Eltern immer wieder: Wann gehen wir wieder nach Norwegen? Am meisten mögen wir am Wandern, dass wir alle zusammen draußen sind und dass unsere Eltern viel Zeit für uns haben. Toll ist es, wenn die Wege spannend sind und wir die Gelegenheit zum Kraxeln und Klettern haben.

 

Unterwegs finden wir es ganz toll, wenn unsere Eltern mit dem Wind schimpfen! Außerdem macht es viel Spaß, Hund oder Pferd zu spielen. Wenn wir die Wegzeichen suchen können, sind wir alle beschäftigt. Und beim Wandern über mehrere Tage freuen wir uns immer sehr auf die nächste Hütte als Tagesziel und das leckere Essen dort.

 

Wenn andere Eltern ihre Kinder motivieren möchten, sollten sie Freunde auf die Wanderung mitnehmen. Oder nach Norwegen fahren!“

 

Je abenteuerlicher die Wanderung ist, desto mehr gefällt sie mir

Annabel und ihre Eltern von Normans Running Wild (englisch) kommen ursprünglich aus England, sind aber 2016 zu einer Reise ohne Ende aufgebrochen und unterrichten ihre Tochter unterwegs. Annabel war mit ihren Eltern von Anfang an viel wandern und stand schon mit vier Jahren auf dem höchsten Berg von Wales. Zurzeit leben sie in Mexiko, ihre spannendste Wanderung war aber die ins Everest Basecamp.

 

Wandern als Familie

“Es ist lustig. Oft habe ich bevor wir losgehen gar keine Lust und beschwere mich, aber sobald wir unterwegs sind, liebe ich es. Je abenteuerlicher die Wanderung ist, desto mehr gefällt sie mir, besonders wenn es die Möglichkeit zum rumklettern gibt.

 

Ich mag es, mich mit meinen Eltern zu messen und ihnen zu zeigen, dass ich viel schaffe und schneller bin als sie. Als wir in Nepal auf dem Everest Basecamp Trek unterwegs waren, gab es eine sehr ausgesetzte Stelle, an der meine Mutter große Angst bekommen hat. Ich konnte ihr durch die Situation durchhelfen, solche Erfahrungen motivieren mich auch.

 

Um ihre Kinder zum Wandern zu motivieren, sollten Eltern ihre Kinder fragen, welche Seiten vom Wandern ihnen gefallen und dann sicherstellen, dass diese enthalten sind. Zum Beispiel, wenn das Kind gerne Ruhe und Stille hat, sollte die Familie auf eine einsame und ruhige Wanderung gehen. Wenn das Kind gerne klettert, sollten die Eltern das beachten. Das gleiche gilt fürs Bäume klettern, Naturerleben und Spiele spielen.“

 

Ich mag die ganz besondere Zeit mit meiner Mutter

River von Enlightened Globetrekker Adventures und ihre Mutter Crystal kommen ursprünglich aus den USA, leben aber mittlerweile in Mexiko. Ihre spannendste gemeinsame Wanderung war die ins Annapurna Basecamp. Seit einige Jahren organisiert Crystal Familien-Abenteuerreisen weltweit.

 

Wandern als familie

„Ich mag es zu wandern, da ich dann draußen in der Natur bin. Ich liebe die tollen Aussichten, die man sich erarbeitet, wenn man auf einen Berg steigt. Außerdem liebe ich es zu wandern, da ich dann viel Zeit mit meiner Mutter verbringen kann. Ich mag es, ihre Hand zu halten, wenn wir laufen. Außerdem ist es toll, auf der Karte zu gucken, wie weit wir schon gelaufen sind und die tolle Ausrüstung anhaben zu können.

 

Ich muss nicht besonders motiviert werden, um wandern zu gehen, denn ich liebe es und gehe bei jeder Möglichkeit mit. Ich muss nicht überredet werden.

 

Alle Kinder sind unterschiedlich, also muss man ihnen auch unterschiedliche Dinge anbieten, um sie zu motivieren. Aber wenn man über die frische Luft und die wunderschöne Natur spricht, die sie erleben würden und die besondere gemeinsame Zeit als Familie, möchten sie bestimmt auch gehen.“

 

Ich bin ein Wanderbaby

Miriam hat natürlich auch eine Meinung zu dem Thema!

 

„Am schönsten am Wandern finde ich die tollen Wege und die Sicht, wenn man es nach oben geschafft hat. Außerdem ist es toll, wenn man unterwegs Tiere sehen kann. Und wir können mehr Zeit zusammen verbringen, das finde ich am besten. Meine Lieblingswanderung bis jetzt war die zum Everest Basecamp.

 

Unterwegs macht es mir am meisten Spaß, wenn ich auf jeden Stein klettern kann, am liebsten über den schwierigsten Weg. Dafür müssen wir Pausen machen. Ich bin schon immer wandern gegangen, das ist ganz normal für mich, daher muss ich nicht richtig ermutigt werden, ich gehe sowieso immer mit. Früher hat meine Mutter zu mir immer „Wanderbaby“ gesagt. Aber manchmal, wenn mir langweilig ist, erzählen mir die Leute, mit denen wir unterwegs sind spannende Geschichten, und dann habe ich wieder Energie.

 

Anderen Kindern, die vielleicht nicht so viel Lust aufs Wandern haben, würde ich sagen, dass sie es mal ausprobieren sollte. Vor allem, wenn ihre Eltern immer viel arbeiten müssen, ist dies eine tolle Gelegenheit, eine wunderschöne Zeit zusammen zu verbringen. Außerdem macht wandern in der Natur richtig Spaß, man kann Tiere sehen und klettern!“

 

Wandern als familie

Ich fand es sehr spannend, auch mal die Meinung der Kinder zu hören. An den Antworten merkt man, dass all diese kleinen Abenteurer die Natur von Herzen lieben und gerne draußen sind. Noch ein Argument dafür, früh mit dem Wandern zu beginnen, denn dann fällt die Notwendigkeit weg, große Motivationsstrategien zu entwickeln – die Kids wollen von alleine wandern.

 

Klar wird aber, dass es für alle Kinder wichtig ist, mitzuentscheiden. Ihre Bedürfnisse sollen beachtet und in die Planung mit einbezogen werden. Toll finde ich auch, dass die besondere Zeit als Familie für die Kinder selbst auch so wichtig ist. Zeiten weit weg von Fernsehen, Smartphone und anderen Ablenkungen auf Familienwanderungen genießen auch Kinder schon sehr – und sind sich vor allem auch darüber bewusst.

 

Habt ihr eure Kinder mal gefragt, was sie am Wandern mögen und wie sie gerne motiviert werden möchten? Es würde mich sehr interessieren, ob da ähnliche Antworten bei herauskommen.

 


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Kommentare: 4
  • #1

    Angela (Sonntag, 05 Mai 2019 16:50)

    Liebe Eva,
    das muss ich glatt mal machen! Vielleicht klappt es dann ja wieder besser. Ich kann es noch nicht verschmerzen, dass aus meinem Wanderbaby scheinbar ein Wanderboykotteur geworden ist. Ich schiebe das jetzt mal auf die böse Vorpubertät ;-) und hoffe, dass sich das bald wieder ändert.
    Liebe Grüße
    Angela

  • #2

    Kristina (Montag, 06 Mai 2019 08:51)

    Hallo Eva, ich bewundere dein Mädel ehrlich, sie ist großartig und ich finde eure Abenteuer echt spannend mitzuverfolgen. Hoffentlich wird unserer auch mal so ein Weltenbummler mit großem Herz.

  • #3

    Wir auf Reise (Montag, 06 Mai 2019 16:21)

    Bei unserem Sohnemann ist das wirklich abhängig, wer mit dabei ist. Nur Mama oder Papa sind ihm inzwischen nicht mehr genug und da braucht es leider ziemlich viel Motivation und die Laune ist dann leider meist auch nicht die Beste. Sobald aber jemand anderes dabei ist, dann ist die Laune super und es macht allen einfach tierisch viel Spaß. Da bräuchte es dann nur noch ne bessere Motivationsspritze für die Mama, denn ich bin so überhaupt keine begeisterte Wanderin.
    Ein sehr schöner Beitrag! Mich freut es wirklich, wie naturverbunden Kinder sind!
    LG
    Charnette

  • #4

    Isabel (Mittwoch, 08 Mai 2019 11:05)

    Liebe Eva,
    den Beitrag habe ich gerne und gespannt gelesen.
    Wenn meine Tochter ein wenig älter ist, stehen auch einige Wanderungen und Treks auf meiner Bucketlist und ich bin gespannt, was mein Kind dann dazu sagt!
    Bis dahin verfolge ich eure tollen Berichte aus Nepal gerne und fülle meinen Fernweh-Speicher damit :-)

    Liebe Grüße
    Isabel