Weiter in die Höhe – unser dritter Tag in Upper Mustang

Straße in Upper Mustang zum Pass
Die Straße schlängelt sich langsam das Tal hinauf - eine ganz schön schwierige Aufgabe für unsere müden Beine...

Am dritten Tag unserer Wanderung ging es nochmal weiter nach oben – und dass wo uns die Steigungen des vorherigen Tages noch so in den Beinen saßen. Wir wollten bis Gheling laufen, und dort sollten wir unser erstes altes Kloster zu sehen bekomme. Von Samer aus konnte man den Talausgang schon sehen, allerdings brauchten wir trotzdem mehr als eine Stunde, um diesen auf den unzähligen Serpentinen zu erreichen. Wir alle hatten nicht besonders gut geschlafen, und die Höhe setzte uns weiter zu, so dass wir deutlich langsamer unterwegs waren, als eigentlich geplant.

 

200 Höhenmeter erscheinen uns wie 2000...

Straße in Upper Mustang
Langsam schieben wir uns den Berg hinauf

Obwohl wir am dritten Tag nur 200 m höher steigen mussten, so erschien er uns doch irgendwie länger. Immer wieder mussten wir Pause machen, eine Kleinigkeit essen und einen Schluck Wasser trinken, bevor wir weiter laufen konnten. Miriam hatte zum Glück im Guesthouse entdeckt, dass es dort eine ihrer Lieblingsspeisen gibt: Teemomos. Diese tibetische Spezialität besteht aus Momoteig und wird ebenfalls im Dampf gegart. Normalerweise werden Teemomos mit etwas süßem oder scharfem gegessen, aber Miriam isst sie wie alles – einzeln und plain. Ihre Frühstücksration war zu groß gewesen, so dass wir eine Tüte voll mit hatten aus der sie sich zwischendurch immer mal wieder stärken konnte.

 

Die Straße wurde auch immer enger und schmiegte sich an die Bergflanke. Dies bedeutete natürlich auch, dass die Abbrüche immer steiler wurden, und an so manchen Stellen wurde mir ganz schlecht bei dem Gedanken, dass man hier mit dem Auto vorbei fahren müsste. Wir haben auch einen Jeep, einen Traktor und einen Bagger beobachtet, und in keinem Gefährt hätte ich sitzen wollen.

 

Straße in Upper Mustang
Wunderbare Aussichten waren die Belohnung für unsere Anstrengungen
Straße in Upper Mustang
Ja, das ist eine Straße auf der Jeeps und Traktoren fahren... Gruselig!

An der Talseite, die der Sonne abgewandt ist, lag an viele Stellen noch Schnee. An einer Stelle war sogar die ganze Straße vereist und wir mussten mit vereinten Kräften durch diese Passage schlittern. Miriam ist einmal ordentlich ausgerutscht und konnte zum Glück gerade noch so von Deepak aufgefangen werden. Direkt hinter diesem schwierigen Stück gab es dann allerdings wieder etwas zu staunen: Ein vereister Wasserfall und Flusslauf. Da ist mir noch einmal so richtig klar geworden, wie kalt es eigentlich dort oben war. Wenn man in der Sonne läuft, war es teilweise richtig warm, aber nachts fallen im März die Temperaturen noch deutlich unter null.

 

Straße in Mustang
Eine rutschige Angelegenheit...
Gruppenfoto Upper Mustang
Schnee macht Spaß :-)

Vereiste Wasserfälle auf dem Weg

Deepak, Keshab und Arjun haben sich auch total über den Schnee gefreut und haben Fotos geschossen, bevor es weiter ging. Kurze Zeit später kamen wir zu einem zweiten wunderschönen Wasserfall, der teilweise vereist war. Hier hatte der zugehörige Fluss allerdings auch Teile der Straße überflutet und ein Jeep voll mit buddhistischen Mönchen kam nicht weiter. Irgendwie habe ich immer die Vorstellung von Mönchen, die nur beten und eben mönchstypische Dinge tun, und es erstaunt mich immer wieder wenn ich sie mit Selfiestick und Tablet sehe. Oder eben dabei, eine Fahrrinne im Fluss frei zu räumen.

 

Überfrorener Wasserfall Upper Mustang
Arjun und Miriam klettern im Schnee herum
Wasserfall Straße Upper Mustang
Und direkt um die Ecke war der nächste Wasserfall

Aussicht Pass Upper Mustang
Oben auf dem Pass war die Aussicht grandios - so richtig genießen konnten wir das aber nach der riesen Anstrengung gar nicht mehr...

Immer weiter ging es über die Serpentinen hoch, und irgendwie wurde es auch immer schwerer. Hinter jeder Ecke hoffte man auch das Ende, und hinter jeder Ecke ging es dann doch mit einer weiteren Ecke weiter. Miriam war total tapfer und hat sich super geschlagen, aber irgendwie ging dieses Stück uns allen an die Substanz. Als wir dann endlich in der Ferne den Pass erkennen konnten, der ins nächste Tal und damit zu unserem Mittagsessensstop führen sollte waren wir alle heilfroh.

 

Pass Upper Mustang mit Gebetsfahnen
Und noch mehr Gebetsfahnen
Aussicht Upper Mustang Pass
Die Aussicht war wunderbar - so viele verschiedene Täler

... und alles wieder runter nach Syangboche

Aussicht Upper Mustang
Könnt ihr die zwei Schlösser erkennen? Man sieht ja fast noch den Drachenschwanz aus dem Tor gucken :-)

Von dem Pass, der mit unzähligen Gebetsflaggen und Kathas geschmückt war, konnte man den nächsten Ort Syangboche schon sehen. Damit, dass sich der Weg runter allerdings nochmals mehr als eine halbe Stunde ziehen würde, hatten wir nicht gerechnet. Serpentine um Serpentine ging es die Höhenmeter wieder runter, die wir uns so erkämpft hatten. Miriam und ich entdeckten zwei Steintürme mit einer Höhle, die genau wie ein Schloss mit Zugbrücke aussahen, und das Ausdenken der Geschichte dazu rettete uns bis zum Guesthouse (in einem der Türme lebt eine Prinzessin, in dem anderen ein Drache. Die Backstory führt über mehrere Generationen zurück und beinhaltet verfluchte Mäuse, böse Hexen und allerlei andere mystische Figuren…).

 

Als wir dann schließlich in Syangboche angekommen waren und mit Schrecken feststellten, dass es schon drei Uhr war, beschlossen wir jetzt einfach hier zu bleiben und nicht noch zwei weitere Stunden und neue Höhenmeter weiter zu gehen. Uns allen taten die Füße weh, und irgendwie war das Laufen nur noch Quälerei und machte keinen Spaß mehr.

 

Den Nachmittag haben wir uns mit einem kurzen Spaziergang durch den Ort und Kartenspielen in der Küche des Guesthouses verrieben. Rund um den warmen Holzofen   wurde viel gelacht und Miriam hat mindestens sieben Mal bei Mau Mau gewonnen – ein toller Abschluss für einen langen und harten Tag.

 

Guesthouse Upper Mustang
Das Guesthouse in Syangboche sah einfach zu gemütlich aus...
Upper Mustang Guesthouse
Sobald die Sonne weg ist, wird es kalt...

Guesthouse Upper Mustang
Das Feuer im Ofen wärmt uns alle
Guesthouse in Upper Mustang, Küche
Miriam hat sich den Nachmittag gut vertrieben

Kommentar schreiben

Kommentare: 0