Lo Manthang – Ankunft in der verbotenen Stadt

Aussicht Upper Mustang
Eines der letzten Bilder, die wir noch machen konnten...

An unserem siebten Tag in Mustang war es endlich soweit: nach all unseren Anstrengungen sollten wir endlich die Hauptstadt Lo Manthang erreichen. Nachdem wir am Vortag an unserem Ruhetag in Tsarang nochmal ordentlich Kräfte getankt hatten, fühlten wir uns heute bereit, die längste Tagesetappe hinter uns zu bringen.  Von Tsarang sollte es leicht bergauf gehen, dann über eine ausgedehnte Ebene und schließlich über einen letzten Pass. Von dort aus könne man Lo Manthang und seine berühmten Stadtmauern schon erkennen, sagte uns Arjun morgens. Leider haben wir von diesem Tag kaum Bilder, da alle unsere Kameras keine Batterie mehr hatten und wir erst in Lo Manthang wieder alles aufladen konnten…

 

Der Weg nach Lo Manthang

Ausblick auf Tsarang
Der Blick auf Tsarang von der anderen Seite

Trotz Ruhetag waren wir irgendwie alle noch ein wenig schlapp und sind nur langsam in Fahrt gekommen, vor allem da wir wieder ein Flusstal durchqueren mussten, um auf der anderen Seite weiter zu kommen. Im Flusstal stand wieder mal eine Chorten mit tollen Malereien auf der Innenseite, die wiedermal sehr alt aussahen. Auf der anderen Flussseite warfen zwei Frauen große Steine von einem Hang, offensichtlich wollten sie eine neue Mauer bauen um ihren Garten einzuzäunen. Wir mussten lautstark auf uns aufmerksam machen, damit die beiden eine Pause machten und wir vorbei konnten.

 

Als wir schließlich auf der anderen Seite wieder auf der gleichen Ebene angekommen waren, auf der wir in Tsarang losgelaufen waren, hatten wir tolle Ausblicke auf den Ort. Man konnte von der Ebene auch von oben in die Säulen gucken, die wir am Vortag nur von vorne gesehen hatten und konnten erkennen, wie die Erosion hier am Stein nagt. Ich war natürlich wieder mal in meinem Element…

 

Nachdem wir eine weitere Steigung erklommen haben, konnten wir in der Ferne schon eine große Chorten erkennen, die die Grenze zwischen Tsarang und Lo Manthang markiert. Hier haben wir wieder eine ausgedehnte Pause gemacht, bevor wir auf die Hochebene aufgestiegen sind, die südlich der Hauptstadt liegt. Hier konnte man noch viele alte Ruinen erkennen wo die Menschen die Häuser aufgegeben hatten und der Wind und das Wetter sich das Land wieder zurückgeholt hatten. In einer Felswand konnte man Höhlenöffnungen sehen, hinter denen man Mauern, Gebetsfahnen und Schrift erkennen konnte. In Konfliktphasen haben sich die Einwohner von Mustang immer wieder in Höhlen zurückgezogen, um dort in Sicherheit zu leben und vor allem ihre religiösen Artefakte in Sicherheit zu bringen und diese Höhlen haben etwas ganz besonders mystisches an sich.

 

Über den Windy Pass nach Lo Manthang

Heute hatten wir allerdings keine Zeit, die Öffnungen weiter zu erkunden und es ging weiter in Richtung Lo Manthang. Die Ebene zog sich ganz schön hin, aber am Ende ging es über eine kurze Steigung hoch zum sogenannten Windy Pass. Und ganz schnell wussten wir dann auch, warum dieser so heißt: Wir sind fast weggefegt worden. Die Aussicht auf die Hauptstadt Lo Manthang war allerdings wieder mal wundervoll. Man konnte viele Klosteranlagen und die berühmte Stadtmauer schon aus der Weite erkennen, und wir alle freuten uns schon darauf, die Stadt am nächsten Tag erkunden zu können.

 

Gisa, Miriam und ich auf dem Pass sitzend
Auf dem Windiy Pass - happy oben angekommen zu sein, aber auch sehr erschöpft...
Person auf dem Pass
Ich hab auf dem Windy Pass gleich mal versucht abzuheben...

Nach einigen schnellen Fotos und einer kleinen Stärkung sind wir dann in Richtung der Stadt abgestiegen, und nach einer halben Stunde hatten wir sie dann endlich erreicht. Lo Manthang ist der Sitz des Königshauses von Mustang, auch wenn der König seit einigen Jahren keine offizielle Macht mehr hat, so ist er doch weiterhin sehr wichtig für die Menschen in Mustang. Mitten in der Stadt befindet sich der große Palast, der in den Sommermonaten weiterhin von der Königsfamilie bewohnt wird. Im Winter leben sie jedoch in ihrem weitaus komfortableren Haus in Kathmandu und der Palast ist verlassen.

 

Wiedermal war Arjuns übliches Guesthouse noch geschlossen und wir mussten uns ein neues suchen. Das erste das wir fanden sagte uns irgendwie nicht so richtig zu, vor allem da die Gastgeberin extrem unfreundlich war. Zum Glück fanden wir dann noch ein anderes, in dem wir sofort freundlich angelächelt wurden und in dem uns in den kommenden drei Tagen, die wir in Lo Manthang verbrachten die Gastgeberin immer wieder durch ihre Freundlichkeit und vor allem ihre gute Organisation beeindruckte. Eine wirklich gute Wahl. Nach einem leckeren Dal Bhat zum Abendessen gingen wir alle wiedermal früh ins Bett – der Tag war wieder mal lang gewesen. Zwei Tage in der Hauptstadt des Königreiches Mustang lagen noch vor uns, bevor unsere Zeit in diesem magischen Land schon zu Ende sein würde.  

 

Drei Personen vor Hotel Lo Manthang
Unser Heim für die nächsten drei Tage mit unserer sehr freundlichen Gastgeberin!

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