Patagonien mit Kindern – ein paar praktische Tipps

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Wind, Sonne, Regen - wir hatten alles dabei. Miriam war nicht immer begeistert :-)

Wir haben ja die ersten Wochen dieses Jahres in Patagonien verbracht und hatten eine ganz tolle Zeit dort. Ich fand es aber im Vorhinein ein wenig schwierig, Infos zum Reisen mit Kindern dort zu finden, also hab ich einfach mal ein paar Sachen zusammengeschrieben, die mir vorher sicherlich geholfen hätten.

 

Wind und Wetter

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Kind und Mütze sind fast weggeflogen :-)

Das Wetter in Patagonien ist auch im Sommer sehr wechselhaft, und damit meine ich wirklich wechselhaft. Es kann von Sonnenschein über Wind bis zu Hagel und Graupel an einem einzigen Tag alles mit dabei sein. Gute und angemessene Kleidung ist also angesagt.

 

Wichtig sind meiner Meinung nach Schichten – man sollte die Kids also im Zwiebelprinzip anziehen. Das Wetter ändert sich schnell, und es kann gut sein dass man am gleichen Tag im T-Shirt startet und nachmittags in der Daunenjacke zurückkommt. Viele Schichten machen es dann einfacher, sich der aktuellen Temperatur anzupassen. Entscheidend ist für ganz außen aber eine gute Regenjacke, die auch winddicht ist.

 

Wenn man mich fragen würde, welches Wetter am charakteristischsten in Patagonien ist, dann fällt mir sofort der Wind ein. Es ist oft so windig, dass ich Miriams Hand manchmal nicht losgelassen habe, da ich Angst hatte, dass sie sonst abhebt. Eine gute Mütze, die die Ohren bedeckt ist also ein Muss, und man sollte auch darauf achten, dass diese gut sitzt. Wenn ich sogar Angst hatte, dass mein ganzes Kind wegfliegt, könnt ihr euch ja vorstellen, wie oft wir unseren Mützen hinterherlaufen mussten…

 

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Hagel, Regen, Sonnenschein - wenigstens war es immer abwechslungsreich
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Dicke Augen und ein bisschen Nasenbluten kam durchaus mal vor, bei der starken Sonne und dem vielen Wind. Nächstes Mal nehme ich eine Creme und Augentropfen mit...

So kalt es auch sein kann, wenn das Wetter nicht mitspielt, so stark ist dann auch die Sonne, wenn sie denn mal rauskommt. Durch die Zerstörung der Ozonschicht am Südpol ist die UV Belastung auch deutlich höher, so dass eine sehr hohe Sonnencreme auf jeden Fall nötig ist. Für die Kleinen sollte man sich auch über eine Creme mit Zink oder ähnlichem Gedanken machen, die die Strahlung komplett abblockt.

 

Auch eine Sonnenbrille ist schon für die Kleinsten ein Muss. Wie gesagt, die UV-Strahlung ist deutlich stärker als bei uns, und vor allem wenn man Ausflüge zu Gletschern oder ans Meer macht wird diese durch die starke Reflektion nochmals verstärkt. Trotz der Brille haben Miriams Augen oft abends getränt, einfach weil der Wind und die Sonne ganz schön belastend sind. Wenn Empfindlichkeiten da sind, sollte man überlegen eventuell Augentropfen mitzunehmen, um Irritationen vorzubeugen.

 

Abends haben Miriams Bäckchen oft hellrot geleuchtet, da einfach der kalte Regen, der Hagel oder auch nur der Wind ihrer Haut ganz schön zugesetzt haben. Da hätte ich mir oft gewünscht, ich hätte eine Fettcreme eingepackt, wie es sie für Säuglinge im Winter gibt. Normale Feuchtigkeitscreme hat es auch getan, aber eine mit hohem Fettanteil wäre wohl noch besser gewesen. Auch ihre Nase hat einiges mitbekommen, durch das extreme Wetter ist wohl die Schleimhaut ausgetrocknet und sie hatte öfters Nasenbluten. Auch hier hilft eine fetthaltige Creme.

 

Die lieben Finanzen

Patagonien ist teuer, echt teuer! Obwohl ich vorher viel über die Preise gelesen hatte, war ich dann doch irgendwie nochmal geschockt, wie viel wir dann wirklich ausgegeben haben. Vor allem gibt es nicht immer Ermäßigungen für Kinder, was die Preise dann nochmal hochtreibt. Hier ein paar Hinweise, die bei der Budgetplanung helfen können:

 

In den Bussen zahlen Kinder ab 2 Jahren den vollen Preis, dafür hat man dann aber auch einen eigenen Sitz fürs Kind. Bei Touren ist es oft der halbe Preis, oft muss man dann aber bei der Buchung den Pass vorzeigen. In den Nationalparks zahlen Kinder ab 7 Jahren, dann aber oft auch die Hälfte oder einen verminderten Eintritt bis zum Alter von 12 oder 14. Ein weiterer Trick: Oft gibt es auch Ermäßigungen für Rentner – einfach mal nachfragen.

 

Ein Weg, unsere Kosten etwas zu reduzieren war, dass wir fast alle Snacks für die ersten Wochen aus Deutschland mitgebracht haben. Hier mal Kekse, dort mal einen Riegel, das haut mit der Zeit ein ganz schön großes Loch ins Budget. Außerdem sind vor allem importierte Dinge (die die Kids aus Deutschland kennen) am teuersten, so dass ich mich erst mal auf altbekanntes verlassen habe.

 

Patagonien mit Kind - Ausrüstung

Wenn man Wanderungen und Touren in Patagonien plant, sollte man ruhig ein wenig in die Ausrüstung der Kinder investieren. Ich hatte vorher sehr lange überlegt, ob ich Miriam wirklich die teuren Wanderschuhe kaufen soll, da sie in Nepal nie solche trägt. Im Nachhinein bin ich aber unglaublich froh, dass ich das gemacht habe. So war sie total trittsicher, hatte immer warme und trockene Füße und konnte die Wanderungen viel mehr genießen.

 

Als super Accessoire hat sich auch ein Fernglas herausgestellt. Damit konnte Miriam Vögel und andere Tiere beobachten und suchen und war so immer motiviert, noch weiter zu laufen.

 

Patagonien ist groß, so dass man sich ziemlich viel in Bussen aufhält. Die meisten Touren beinhalten auch einen Teil auf einem Schiff, und bei dem vielen Wind kann die See schon mal sehr unruhig sein. Wenn der Nachwuchs also zu Übelkeit auf Schiffen oder in Fahrzeugen neigt, sollte man sich schon vorher Gedanken machen, wie man dem entgegenwirken kann. Es gibt Armbänder, die auf bestimmte Akkupunkturpunkte drücken und helfen, oder auch Tabletten oder Tropfen.  

 

Auf den langen Busfahrten werden oft auch Filme gezeigt, die nicht unbedingt kindertauglich sind. Ich hab für Miriam eine Augenmaske und versuche sie dann zum schlafen zu überreden, allerdings ist der Ton oft auch sehr laut, so dass das nicht immer klappt. Man sollte also selbst irgendwas zum Ablenken oder zur Beschäftigung mithaben, wenn man nicht die nächsten Nächte ein Kind mit Albträumen haben will (oder selbst Albträume haben möchte – ich hab schon mehrmals unfreiwillig „Dawn of the dead“ über mich ergehen lassen müssen…)

 

Soweit meine Tipps. Wenn ihr schon mal dort gewesen seid – was habe ich vergessen? Andersherum, wenn ihr Patagonien noch nicht kennt, welche Infos fehlen euch noch? Ich freue mich auf Kommentare und Rückmeldungen!

 

Hier noch der Link zu einem Video von einer Schiffstour die wir in Ushuaia gemacht haben, dort bekommt man auf jeden Fall einen sehr guten Eindruck vom Wind :-).

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Johanna (Mittwoch, 15 Februar 2017 00:43)

    Jetzt hab ich auch Lust auf so eine Outdoor-Reise� Das mit dem Fernglas ist eine gute Idee, was für eins habt ihr da? Finde auch total gut, dass ihr euch in die busse getraut habt. Mit den Filmen kenn ich auch aus Osteuropa. Echt schlimm mit Kindern, warum machen die das nur?

  • #2

    Eva (Mittwoch, 15 Februar 2017 03:34)

    Liebe Johanna,
    vielen Dank für deinen Kommentar. So eine Reise in der Natur ist schon echt was einzigartiges.
    Wir hatten ein ziemlich gutes Fernglas von Zeiss von meiner Mutter ausgeliehen, unser eigenes haben wir natürlich in Nepal vergessen... Aber ich glaube, es sollte auch schon was Besseres sein, damit man auch wirklich was erkennen kann, sonst frustriert das nur.
    Ja, das mit den Filmen hab ich auch nie verstanden. Wie gesagt, ich hab manchmal selbst Angst und Albträume bekommen... Aber ich glaube, das Verständnis hier ist einfach ein wenig anders, in den Nachrichten werden ja auch Mord und Totschlag gezeigt, blutende Unfallopfer usw., und keiner stört sich daran...
    Viele Grüße aus Peru,
    Eva