Garden of the Gods

Die Zeit mir Laura und ihrer Familie ging total schnell vorbei, wir haben gar nicht so viele „besondere“  Sachen gemacht, weil Miriam und ich nach Toronto keine Lust auf Sightseeing hatten, außerdem hatten Theo und Aida ja auch Schule. Einen Morgen sind wir mit in Aidas Klasse gegangen und haben dort von Nepal erzählt, das war auch sehr interessant. Die Kinder waren voll dabei und haben sehr viele Fragen gestellt, die aber auch mal wieder zeigten, dass ein Austausch zwischen Schulen in Industrie- und Entwicklungsländern durchaus Sinn macht. Viele Kinder konnten nicht verstehen, warum die Schulkinder in Kaule so „dreckig“ aussehen und waren vollkommen überrascht, als ich dann erklärt habe, dass Kinder in Nepal oftmals nur eine einzige Schuluniform haben, wenn überhaupt, und dass schon die Kleinsten selbst fürs Waschen verantwortlich sind. Weitere Fragen waren: Warum hat der Junge keine Schuhe an; Warum müssen die Kinder so viel Arbeiten; und  merkwürdigerweise auch: Waren Bleirohre ein Problem nach dem Erdbeben… :-).  Das konnte ich dann nicht so richtig beantworten… Miriam hatte ihre Kurtha an und hat ganz fleißig erzählt und erklärt, es war wirklich ein schöner Morgen.

 

An den anderen Tagen waren wir dann mit Aida beim Ballett, mit Theo beim Karate und haben einfach ein bisschen ausgespannt. An unserem letzten Tag bevor es weiter nach Seattle ging haben wir allerdings noch einen wunderschönen Ausflug zum „Garden of the Gods“ gemacht, ein Park in den Ausläufern der Rocky Mountains.

 

Dort sind Sedimentgesteinsschichten übereinander und zwischen einander geschoben, ich denke mal in der Gebirgsbildung der Rocky Mountains. Es sieht wirklich wunderschön  und faszinierend aus, wie ein Märchenland. Miriam und ich fanden es auch sehr warm, Laura war allerdings gekleidet wie auf einer Polarexpedition und hat immer noch gefroren. Dann ist uns aber auch wieder eingefallen, dass das früher auch immer schon so war, als wir in Südamerika waren. Mir war immer warm in T-Shirt und Pullover, und Laura hat auch im Schneeanzug noch gefroren. Meine Kälteresistenz habe ich also anscheinend an Miriam weitergegeben :-).

 

Wir sind dann viel auf den Felsen rumgeklettert, haben Spalten erkundet und haben uns den Wind um die Ohren pusten lassen. Es gab auch einen kleinen Rundweg, den wir gelaufen sind und viele Shortcuts, die uns neues und interessantes gezeigt haben.

 

Zum Abschluss einer wundervollen Woche haben Miriam und ich dann abends Dhal Bhat gekocht (ok, Miriam hat nur zwischendurch kontrolliert, ob ich alles richtig mache…) und die Debatte der Republikaner geguckt. Man muss sich ja auch mit sowas auseinandersetzen, und auch wenn es gruselig ist, gleichzeitig auch interessant… Jedenfalls habe ich gelernt, dass man in Amerika englisch spricht und nicht spanisch, danke Herr Trump! In Deutschland haben wir ja ähnliche Debatten, aber ich finde es immer wieder faszinierend wie in Amerika Menschen über Einwanderung debattieren, die alle Nachkommen von Einwanderern sind und jetzt so tun, als hätte das nichts miteinander zu tun. Hätten vor 150 Jahren die Native Americans eine Pressekonferenz gehalten und gesagt: In unserem Land spricht man Sioux, Navajo und 100 andere Sprachen, aber kein Englisch, also alle illegalen Einwanderer raus und eine Mauer bauen!, dann sähe die Welt jetzt ganz anders aus. Mal sehen, was die nächste Woche mit den Vorwahlen in Iowa bringt…

Miriam war unglaublich traurig, dass wir dann weitergezogen sind. Sie hat sich mit Aida und Theo wahnsinnig gut verstanden und hat sich in Lauras Haus sofort wohlgefühlt. Letzte Woche hat sie mir gesagt: Mama, als ich noch nicht geboren war und noch ein Engel im Himmel war, ich glaube da habe ich auch schon mit Aida und Theo gespielt…

 

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